Spendenaufruf Sigl-Schnellpresse

Die Sigl-Druckpresse (Baujahr 1847) ist das Herzstück der Maschinensammlung der Pavillon-Presse und der Museumsführungen. Die rein mechanisch betriebene Maschine vermittelt, wie der Zeitungsdruck Anfang des 19. Jahrhunderts durch den deutschen Erfinder Friedrich Koenig aus Eisleben revolutioniert wurde. Leider ist unsere Maschine trotz unseres Anspruchs eines »lebendigen Museums« nicht einsatzfähig. Die Farbwalzen sind nach über 150 Jahren verrottet und müssen neu angefertigt werden. Wir möchten die Druckpresse im Rahmen des diesjährigen Themenjahres zur Thüringer Industriekultur restaurieren, um sie im Anschluss zur praktischen Wissensvermittlung zur Druckkunst in Form von Workshops mit Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen einsetzen zu können.

Für die Finanzierung der Restaurierung ist der Verein auf Spenden angewiesen. Eine Förderzusage über 30% liegt bereits von der »Sparkassenstiftung Weimar–Weimarer Land« vor. Über die Plattform betterplace.org rufen wir zu Spenden auf, um die restlichen 70% der Kosten aufzubringen. ☞ http://schnellpresse.pavillon-presse.de

Neues Patenobjekt: Berthold staromat

Neu in der Sammlung und ab sofort auch während der Führungen anzuschauen ist das Fotosatz-Gerät »staromat« der H. Berhold AG. Es ergänzt das diatype-Gerät in unserem Fotosatz-Kabinett und demonstriert eine andere Art von Fotosatzgeräten, die in der Dunkelkammer bedient werden mussten. Über Schriftstreifen ließen sich Texte für den Titelsatz wie bei herkömmlichen Fotovergrößerungsgeräten belichten. Weiterlesen

Die 5-Kilo-Stempel-Hauptprobe

Das Ende des 19. Jahrhunderts von David Stempel gegründete Unternehmen wurde zu einer der bedeutendsten Schriftgießereien des 20. Jahrhunderts. 1925 gab das mittlerweile als Aktiengesellschaft firmierende Unternehmen eine knapp 1200 Seiten starke Hauptprobe heraus. Sie ist eine der umfangreichsten Schriftproben überhaupt und ein einmaliges Spiegelbild der Typografie der Zeit. Neben häufig eingesetzten Bleisatz-Schriften zeigt die Probe auch die Einfassungen, Vignetten, Linien, Spezialziffern, Muster etc.

Heute ist die Probe ein begehrtes Sammler-Stück. Sie können gern Pate dieses Museumsobjektes werden. Digitalisierungen einzelner Schriften im Buch können gemäß unserer Gebührenordnung bestellt werden.

Tschernichows konstruierte Schrift

Eine hochinteressante Schenkung an unser Museum. Jakow Georgijewitsch Tschernichow (1889–1951) war ein Architekt und Designer des russischen Konstruktivismus. Tschernichow wurde vor allem als Theoretiker und Hochschullehrer bekannt. Als Architekt entwarf er über 60 (jedoch vielfach nicht realisierte) Gebäude. Während des Stalinismus rückte er wie viele seiner Kollegen durch den staatlichen Druck von der funktionalistischen Formensprache ab und konnte keine architektonischen Projekte mehr verwirklichen. Er zeichnete stattdessen Fantasie-Architekturentwürfe und wandte sich Schriftstudien zu. Letztere sind im hier vorliegenden Buch aus dem Jahr 1958 zusammengefasst. Die zumeist kyrillischen Alphabete sind einerseits konstruiert, anderseits fantasievoll ausgeführt.