Stiftung Druckgrafisches Museum

Seit dem Gründungstag, dem 8. November 2008, bemüht sich die Stiftung Druckgrafisches Museum Weimar um eine dauerhafte Lösung zur Erhaltung des Museums, der Bewahrung, Vervollkommnung und Präsentation der Sammlung am Standort.

Unter Stiftungsvorsitz von Prof. Indra Kupferschmid konnte seit 2008 ein Geldbetrag eingestellt werden. Wir sind ständig auf der Sucher nach weiteren Stiftern, die die Museumsziele finanziell unterstützen möchten. Sprechen Sie uns jederzeit gern an oder kommen Sie auf einen Besuch im Museum vorbei.

Rede zur Stiftungsgründung

Sehr geehrte Damen und Herren,

morgen vor genau 16 Jahren öffnete das Druckgrafische Museum in diesem Hause seine Türen. Tausende Besucher haben diese seitdem durchschritten, haben großartige kleine Ausstellungen gesehen, haben seltsame und seltene Maschinen bestaunt und sich mitunter die Finger daran schmutzig gemacht. Hier darf nicht nur geguckt – sondern auch gedruckt werden.

Schließlich war an dieser Stelle von 1849 bis 1990 der Standort einer Zeitungs-Druckerei, die zeitweise die höchste Auflage in Thüringen produzierte.

Seit 1994 gab es jährlich drei Sonderausstellungen, den Tag des offenen Denkmals, später auch die lange Nacht der Museen, Konzertreihen, Gautschfeste… Es entstanden zahlreiche Druckgrafiken, Bücher, Künstlermappen – Sonderführungen und Workshops wurden angeboten – Schulklassen und Studenten erfuhren die komplexe geschichtliche Grundlage des heute so alltäglichen »Ich druck das gleich mal aus«.

Das alles war – und ist – mit sehr viel ehrenamtlichem Engagement verbunden. In den Gründerjahren gab es noch finanzielle Unterstützung vom Arbeitsamt, so konnten vielseitige Angebote mit Fachkräften realisiert werden. Heute ist es allein dem unermüdlichen Schaffen von Matthias Merker zu verdanken, dass sich die Türen zu einer bemerkenswerten Sammlung überhaupt zweimal wöchentlich öffnen. Dieser Zustand kann und darf keine Zukunft haben.

Um diese für Weimar – und durchaus auch für die Welt – so wichtige Sammlung auf ein zukunftsfähiges finanzielles Fundament zu stellen, gründen wir heute die gemeinnützige STIFTUNG DRUCKGRAFISCHES MUSEUM WEIMAR. Nur so können die Grundlagen der Kulturtechniken »Lesen, Schreiben und Drucken« an diesem Ort vermittelt und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Wissensvermittlung in höchster Qualität ist unser Ziel.

Gemeinsam mit den Weimarer Kulturinstitutionen lassen sich die – dank Goethe und seiner Nachfolger – versammelten Schätze heben. Weimar war ein bedeutender Standort des Verlags- und Druckereiwesens. Ohne die Schwarze Kunst wäre unsere Stadt heute sicherlich nicht die Selbe. Ohne Bücher wären wir nicht die Selben.

Angebote zur Förderung der Lesekompetenz und zur kreativen Wissensaneignung – die Bewahrung der traditionellen Drucktechniken in ihrer handwerklichen Nutzung – die Ausstellung des dazu nötigen Handwerkszeugs und die Darstellung der Geschichte der Informationsentwicklung im Kontext unseres multimedialen Zeitalters werden zur Weiterentwicklung des Zentrums der Schrift- und Buchkultur Weimar beitragen.

Für diese Profilierung des Druckgrafischen Museums geben heute die ersten Stifter Geld. Die vetraglich vereinbarte vierstellige Summe ist leider nur ein Bruchteil dessen, was zum Erreichen aller Ziele notwendig ist.

Dieses erste Stiftungsvermögen erlaubt aber einen Blick in die Zukunft. Dafür sage ich im Namen des Vereinsvorstandes herzlichen Dank an alle Stifter, die Vereinsmitglieder sowie an alle Freunde und Unterstützer der Pavillon-Presse. Ganz besonders danken möchte ich Matthias Merker, der dieses lebendige Museum nicht nur leitet, sondern am Leben erhält.

Eine Stiftung muss natürlich auch verwaltet werden. Für den Vorsitz des künftigen Stiftungsrates konnten wir Professorin Indra Kupferschmid gewinnen. Indra und ich haben gemeinsam in Weimar Visuelle Kommunikation studiert – an unserer Begeisterung für Typografie und Drucksachen hat die Pavillon-Presse sicherlich ihren ganz speziellen Anteil. Indra – herzlich willkommen.

Nun wird es ernst.
Jetzt wird gegründet.
Gott grüß die Kunst.

Philipp Wiegandt
am 8. November 2008