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Kalligrafie-Kurs: Von Textura zur Fraktur

Ein Kalligrafie-Wochenend-Workshop für gebrochene Schriften mit Tobias-David Albert. 

  • Samstag, 16. Oktober 2021, 10:30 Uhr bis circa 16 Uhr
  • und Sonntag, 17. Oktober 2021, 10 Uhr bis circa 14 Uhr

Textura, Blackletter, Gothic Script und Fraktur sind alles verschiedene Bezeichnungen für Schriften, die scheinbar eher dunkel und eckig im heutigen Gebrauch von Schrift bestimmte Schubladen bedienen. Man findet sie auf den Ettiketten von Bierflaschen oder in den Logos von Metal- und Hardrockbands. Auch in der Gothic-Szene und beim Tätowierer sind sie nach wie vor gefragt. Das alles lässt wenig vermuten, dass das erste mit beweglichen Lettern gedruckte Buch der westlichen Welt, Gutenbergs 42-zeilige Bibel, in einer Texturschrift gedruckt war. Im 12. Jahrhundert entstehen in Mittel- und Nordeuropa Schriftformen in der Buchschrift, die man heute als gebrochene Schriften bezeichnet. Diese Schriftformen werden dann über die Renaissance in Europa weiterentwickelt und bleiben in Deutschland bis in die 1940iger Jahre in der Typografie die vorherrschende Schriftform. Noch im Anfang des 20. Jahrhunderts kamen durch Rudolf Koch, parallel zur Arts and Crafts Bewegung in England, wichtige neue Impulse für einen neuen und lebendigen Umgang mit gebrochenen Schriften in die Kalligrafie und Schriftgestaltung.

Der Wochend-Workshop mit dem Schriftgestalter Tobias-David Albert knüpft an den ersten Teil des Workshops an. Trotzdem ist er ein offenes Angebot an jeden Menschen, der etwas Erfahrung mit Kalligrafie oder Typografie mitbringt. Die Textura stellt den Ausganspunkt für gebrochene Schriften im Mittelalter dar. Mit der Fraktur erreichen diese Schriftformen ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert. Hier wird der Strich der gebrochenen Schriften beweglicher und spielerischer und formt so einen neuen Typus von Handschrift. Vor allem die Versalien der Fraktur-Schriften laden zum experimentieren und spielen ein. Anhand von Schreibvorlagen wird mit Rohrfedern, Paralell-Pen und anderen Schreibgeräten gearbeitet. Dazu gibt es Hintergrundwissen zur Beziehung von gebrochenen Schriften zur Antiqua. Das wiederum führt auch zu einem bessseren Verständnis der Formen, der heute gebräuchlichen Buchschriften in der Typografie – oder macht einfach Spaß zu entdecken. Große, kleine, kuriose und moderne Werkzeuge, Tinten, Papier und weiterführende Literatur werden vorgestellt.


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Anstehende Veranstaltungen

  • Zeitreise durch 500 Jahre Druckkunst (Führung)

    14 Uhr, jeden Montag und Freitag. Mindestens 2 Personen, maximal 12 Personen.  
    Einstündige Führung durch die Pavillon-Presse mit Erklärungen zur Entwicklung der Druckkunst seit Johannes Gutenberg und dem historischen Druckstandort rund um die heutige Pavillon-Presse.
    Zur Teilnahme genügt es in der Regel, 10 Minuten vor 14 Uhr in der Pavillon-Presse zu sein. Die Bezahlung ist vor Ort nur in bar möglich. Alternativ können Sie sich auch einen Platz über unser Online-Ticketsystem reservieren.

    02. März 2026
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  • Tag der Druckkunst 2026 in der Pavillon-Presse

    Vom Grafikdesign der 80er zur Kunst von heute
    Die Pavillon-Presse öffnet zum Tag der Druckkunst am 15. März 2026 zwischen 10 und 15 Uhr mit folgenden Aktionen:
    1.) 1984. Der Macintosh revolutioniert die moderne Drucktechnik
    Nach dem Bleisatz und dem Fotosatz beginnt in den 1980er-Jahren eine neue Ära der Drucktechnik – mit dem Macintosh von Apple wird das einfache Publizieren vom Schreibtisch aus erstmals möglich. Wir erzählen diese Geschichte und Besucher können sich an betriebsbereiten historischen Macintosh-Geräten ausprobieren.


    2.) Grafik und Lyrik aus Thüringen
    Die Künstler Michael Geyersbach (Lyrik) und Max Roßner (Grafik) entwickeln eine gemeinsame Arbeit, die Druckkunst und Literatur verbindet. Gäste können in den Werkstätten die Erstellung der Arbeit mitverfolgen.
    Der Eintritt ist frei.
    15. März 2026 09:00 bis 14:00
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  • Letterpress-Workshop: Weimarer Klassik

    Drucken Sie bei diesem Tageskurs in der Pavillon-Presse Zitate aus der Zeit der Weimarer Klassik im Druckstil der Zeit. Dabei durchlaufen wir den kompletten Prozess der klassischen, Gutenberg’schen Buchdrucktechnik: vom Entwurf, über den Satz bis hin zum Druck an einer historischen Abziehpresse. 
    Samstag, 2. Mai 2026 ab 9:30 Uhr
    Dauer: nach Bedarf. circa 5 Stunden
    Kosten: 40,– Euro (Teilnahmebeitrag) pro Person.

    Mindestens 3, maximal 7 Teilnehmer.
    Zur Anmeldung
     
    02. Mai 2026
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  • Lange Nacht der Museen 2026

    Wir öffnen zur Langen Nacht der Museen am 16. Mai 2026 zwischen 17 und 23 Uhr und bieten den Besuchern eine Präsentation und Mitmach-Druckaktion an. Wir widmen uns dabei Charlotte von Stein, die in der Weimarer Scherfgasse ihre Kindheit und Jugend verbrachte und hier auch zum ersten Mal Goethe begegnete.

    16. Mai 2026
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